Der Sieg des Coiffeur Levent

Mit den Problemen, die viele aus der Türkei nach Deutschland Gekommene hatten, musste auch Levent Çevikel sich als Friseurmeister auseinander setzen. Der Meisterbrief aus der Türkei hatte in Deutschland keine Bedeutung. Als alle seine Bemühungen nicht fruchteten, fand Levent Çevikel eine andere Lösung. Er ging eine Partnerschaft mit einem deutschen Friseurmeister ein und eröffnete den ersten Salon. Während dieser Zeit verlor er jedoch sein Ziel nicht aus den Augen und konnte vier Jahre später seinen Meisterbrief in Deutschland anerkennen lassen. Herr Çevikel erzählte uns von der Zeit, als er vom Meister wieder zum Gesellen wurde.

"Ich lebte in Istanbul. Nach Abschluss der "Orta okul" (Schulabschlussform vergleichbar dem zwischen Hauptschule und Realschule) fing ich meine Ausbildung zum Friseur an. 1979 bestand ich erfolgreich die Meisterprüfung der Innung "Istanbul Umum Kadınlar Kuaförler Manikürcüler Derneği". 1982 entschied ich mich, in Deutschland zu leben. Als ich dann 1989 die Entscheidung fasste, meinen ersten Salon zu eröffnen, stand ich vor den eben beschriebenen Problemen. Mein Meisterbrief aus der Türkei wurde in Deutschland nicht anerkannt.

In dieser Zeit suchte ich nach Wegen, meinen Meisterbrief in Deutschland anerkennen zu lassen. Ich schrieb das NRW-Landesparlament, die Kölner Handwerkerinnung, die Handwerkskammer an. Am Ende meiner langen und vergeblichen Bemühungen konnte ich Herrn Willi Zylajewe (CDU KRV-Abgeordneter NRW) meine Situation darlegen. Dem Einsatz von Herrn Zylajewe sind Entscheidungen der verantwortlichen Gremien zu verdanken, die die Anerkennung der türkischen Meisterbriefe thematisierten. Das gesamte fruchtete in der Entscheidung, dass ich eine Prüfung abzulegen hätte. Ich bezahlte die Anmeldegebühr in Höhe von EUR 750 und nahm an der schriftlichen und praktischen Prüfung teil und bestand diese. Ich wurde Mitglied der Friseurinnung und habe meinen eigenen Salon eröffnet."

Bei der Lösung des Problems von Herrn Çevikel war maßgeblich Herr Zylajewe beteiligt. Herr Zylajewe sprach sich zu diesem Thema aus, in Form von "Viele nach Deutschland kommende türkische Bürger haben einen Beruf, den sie auch hier ausüben können sollten. Einige weisen Universitätsabschlüsse vor. Diese Menschen müssen wir dem Arbeitsmarkt erschliessen."

Um eine Ausnahmegenehmigung beantragen bzw. für die Ausnahmegenehmigungs-Prüfung zugelassen werden zu können, muss bei dem Antrag eine anerkannte Übersetzung des Meisterbriefes vorgelegt und ein Nachweis geführt werden, dass man in diesem Berufszweig in Deutschland gearbeitet hat. Mit einem anerkannten türkischen Meisterbrief wird das selbständige Führen eines Coiffeur-Salons möglich.

Aktüel Ausgabe 05.2005

Coiffeur Manolya